Enes Demir* (Name v.d. Redaktion geändert)

RB auf der Höhe Landshut, in der nähe des Tatorts

Serkan Çalar, Zugbegleiter wird am 2. Februar von Ioanni V. im RB von Heidelberg nach Homburg brutal zusammen geschlagen, ausgelöst davon, dass der Täter keine Fahrkarte hat. Eineinhalb Tage später stirbt Serkan an den Folgen.

 

Die Zeit hat mit seinem besten Freund Enes Demir (Name von der Redaktion geändert), Familie Çalar und den Anwälten beider Seiten gesprochen.

Am 24.Juni beginnt der Prozess gegen Ioanni V. in Zweibrücken. Die Staatsanwaltschaft hatte Anklage wegen Mordes erhoben. Das Gericht hatte dies zurückgewiesen. Es sei kein Tötungsvorsatz erkennbar, statt dessen muss sich V. nun wegen Körperverletzung mit Todesfolge vor Gericht stellen müssen.

Ich habe Enes in seinem Garten getroffen. Er hatte am Tag der Tat noch kurz mit Serkan telefoniert und versucht dessen Schicht zu übernehmen. Serkan, zweifacher, alleinerziehender Vater, wollte an diesem Abend gerne Berât Kandili mit seiner Familie feiern. Enes wollte übernehmen, hätte jedoch zu wenig Ruhezeit bis zu seiner eigenen nächsten Schicht gehabt und konnte deswegen nicht. »Ich fühle mich schuldig.«

Enes erzählt über den fast 2 Meter großen Serkan, er sei immer jemand gewesen, der Konflikte auflösen wollte.

 

Text und Recherche: Agnes Polewka

Bildredaktion: Dorothea Fiedler & Nico Baldauf

Familie Çalar (Serkans Brüder, Vater und sein Cousin)

Bahnhof Landstuhl

Yakup - Serkans Bruder

Demir zeigt ein Foto von ihm und Serkan (sie kennen sich seit 20 Jahren)

Familie Çalar

Ismail - Serkans Bruder »Mir fällt es schwer, zu sagen, dass wir jetzt nur noch zu viert sind«